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Berufseinsteiger gesucht – diskriminierende Stellenanzeige

12.02.2014 – Ein 60 Jahre alter Kläger hatte sich bei einer Anwaltskanzlei auf eine Stelle für Berufseinsteiger beworben und war abgelehnt worden. Daraufhin ging er gerichtlich gegen die Kanzlei vor.  Die Stellenanzeige wurde als diskriminierend bewertet.

Gezielt jungen Mitarbeiter gesucht

Der Kläger ist promovierter Rechtsanwalt, der seit dem Jahre 1988 als Anwalt tätig ist. Die beklagte Rechtsanwaltspartnerschaft wies in einer Anzeige in der Neuen Juristischen Wochenschrift darauf hin, dass sie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte suchte. Im Text hieß es: "Wir bieten eine spannende Alternative zu internationalen Großkanzleien, sowohl in beruflicher, wirtschaftlicher als auch persönlicher Hinsicht. Sie sind Berufseinsteiger oder haben bereits ein bis zwei Jahre als Rechtsanwalt in einer wirtschaftlich ausgerichteten Kanzlei gearbeitet (…)".

Diskriminierung erkannt

Die Bewerbung des Klägers auf diese Stelle lehnte die Kanzlei ab. Daraufhin verlangte er eine Entschädigung von 10.000 Euro wegen Altersdiskriminierung. Die Klage hatte das Arbeitsgericht Essen abgewiesen. In der Berufungsverhandlung wies das Landesarbeitsgericht Düsseldorf zunächst darauf hin, dass bei der Stellenanzeige wohl von einem diskriminierenden Sachverhalt auszugehen sei. Denn potenzielle Bewerber würden wegen ihres Alters ausgeschlossen.

Dem Kläger ging es wohl ums Prinzip

Allerdings stellte das  Gericht  klar, dass die Berufung trotzdem keine Aussicht auf Erfolg haben werde, weil das Gericht  daran zweifelt, dass der 60-Jährige ernsthaft eine neue Arbeit suche. Nachdem sich die beklagte Kanzlei verpflichtet hatte, 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung  zu spenden, nahm der Kläger seine Berufung zurück.

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