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Mehr Betriebsprüfungen durch die Rentenversicherung

04.06.2014 – Bislang wurden laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag mehrere tausend Betriebe von der Deutschen Rentenversicherung mit Blick auf eine etwaige Abgabepflicht an die Künstlersozialkasse (KSK) angeschrieben. Nach Plänen der Regierung sollen Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten alle vier Jahre geprüft werden, kleinere Betriebe jeweils alle zehn Jahre.

Die Künstlersozialabgabe - des einen Freud, des anderen Leid

Die Künstlersozialabgabe (KSA) ist zu Beginn des Jahres 2014 von 4,1 auf 5,2 Prozent angestiegen. Unternehmen, die selbstständige Künstler oder Publizisten mit einer künstlerischen oder publizistischen Leistung beauftragen und dies nicht nur gelegentlich tun, müssen auf die Entgeltsumme diesen Satz aufschlagen und an die KSK abführen. Neben den Versicherten, die Beiträge zahlen, und dem Staat, der einen Steuerzuschuss leistet, decken sie damit die Ausgaben der Künstlersozialversicherung. Aktuelle Pläne der Bundesregierung zielen darauf ab, den Abgabesatz künftig zu stabilisieren. Dadurch, dass die Zahl der Versicherten seit dem Jahr 2000 um gut 60 Prozent auf 177.000 angestiegen ist, werden die Kosten in die Höhe schnellen.

Mehr Bürokratie

Die Betriebe müssen bei der Prüfung der Abgabepflicht viele Fragen klären: Wer ist Künstler? Wann ist ein Auftrag "nicht nur gelegentlich"? Wie beeinflusst die Rechtsform des Auftragnehmers die Abgabepflicht? Zudem müssen sie andere Unterlagen vorhalten als für die normale Betriebsprüfung. Es geht nicht um Lohnbuchhaltung, sondern um Rechnungen für Veranstaltungen, Seminare oder Publikationen. Der bürokratische Aufwand für die Wirtschaft wird durch die zusätzlichen Prüfungen deutlich erhöht.

Bagatellgrenze

Der Referentenentwurf sieht eine Geringfügigkeitsgrenze bei kleineren Betrieben in Höhe von 450 Euro Entgeltsumme pro Jahr vor. Wer Aufträge in geringerem Gesamtumfang vergibt, muss die Abgabe nicht zahlen. Es ist positiv, dass auch hier der besonderen Situation von kleinen und mittleren Betrieben Rechnung getragen werden soll, die in der Regel weniger oft und in geringerem Umfang Aufträge erteilen.

Redaktionell verantwortlich: mittelstanddirekt