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Wettbewerbsfähig bleiben

16.05.014 – Um als Standort attraktiv zu bleiben, muss Deutschland möglicherweise schon bald handeln. Wichtige Konkurrenten wie Spanien oder Frankreich planen, die steuerliche Belastung ihrer Unternehmen deutlich zu reduzieren. Dies zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Oberes Mittelfeld

Die Unternehmenssteuerreform im Jahr 2008 hat die steuerliche Situation von Kapitalgesellschaften schon bedeutend verbessert. Die Körperschaftssteuer sank von 25 auf 15 Prozent. Heute beträgt die tarifliche Belastung von Gewinnen zusammen mit der Gewerbesteuer noch 30,6 Prozent. Das bringt Deutschland international betrachtet einen Platz im oberen Mittelfeld ein. Mit Deutschland auf Platz sieben liegen davor die USA (45, 4 Prozent), Japan (38,5), Frankreich (36,1), Belgien (34), Portugal (31,5) und Italien (31,4). Wettbewerber, die ihren Unternehmen weniger abverlangen, sind etwa Großbritannien (26 Prozent) oder die Niederlande (25 Prozent).

Deutschland müsste nachziehen

Der Studie nach ist Deutschland damit zwar kein Niedrigsteuerland, schreckt aber international tätige Unternehmen bei ihrer Standortwahl auch nicht massiv ab. Dennoch könnte bald eine Tarifsenkung notwendig werden. Denn Frankreich hat angekündigt, die Körperschaftssteuer bis 2020 auf 28 Prozent zu senken und Spanien will sogar auf 20 Prozent reduzieren. Wenn dies zu einem allgemeinen Trend avancieren sollte, müsste Deutschland nachziehen. Ansonsten wären Standortnachteile sowie Wachstums- und Arbeitsplatzverluste wahrscheinlich. Die Untersuchung des IW schätzt es als realistisch ein, diesen Schritt bei dem gegenwärtigen Höchststand an Steuereinnahmen finanzieren zu können.

Redaktionell verantwortlich: mittelstanddirekt