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Compliance: Gute Umgangsregeln im Mittelstand fördern (3)

Die guten Umgangsformen organisieren

Eine Compliance-Richtlinie ist der erste Schritt hin zu einem moralischen Handeln. Dabei muss das Rad nicht neu erfunden werden - mit einfachen Mitteln lässt sich ein eigener Wertekatalog aufstellen. Bei der Umsetzung von Compliance-Ideen im eigenen Unternehmen tun sich mittelständische Unternehmen schwer, so eine Studie zum Compliance im Mittelstand vom Center for Business Compliance. "Gerade im Mittelstand wird bei vielen Themen oft gefragt, wie andere, zum Beispiel befreundete mittelständische Firmen sich der jeweiligen Problematik gestellt haben", beschreibt Meinhard Remberg, Vorstandmitglied des Deutsches Institut für Compliance in seinem Vorwort.

Die Studie des Deloitte Mittelstandsinstituts macht dabei eine Rangliste der Vorgaben aus, an denen sich mittelständische Unternehmen bei ihren Compliance-Bemühungen vor allem orientieren. Somit stehen das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) und das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) ganz oben auf der Agenda. Die Vorgaben privatwirtschaftlicher Organisationen würden demnach vergleichsweise wenig berücksichtigt – sie können dennoch als gute Orientierung gelten.

Tipps für Prüfstandards und Informationspakete

Es gibt verschiedene Compliance-Konzepte und Prüfstandards, die als Inspiration für ein eigenes Compliance-Konzept dienen können. Eine kleine Auswahl:

  • Informationen von Transparency International: Die Organisation stellt auf ihrer Website umfangreiches Material zur Verfügung, so ein Trainingsmodul und eine Checkliste zur Korruptionsbekämpfung und "Business Principles", die speziell auch einen Verhaltenskodex von kleinen und mittleren Unternehmen bilden könnten. Schwerpunkt ist dabei die Korruptionsvermeidung.
  • TÜV Rheinland: Der TÜV Rheinland hat einen "Standard für Compliance Management Systeme"(TR CMS 101:2011) definiert, ein insgesamt 22-seitiges Dokument mit vielen guten Anregungen.
  • Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex: Zwar richtet sich dieser Kodex an börsennotierte Unternehmen und Aktiengesellschaften, aber auch alle anderen Unternehmen können von den Erläuterungen profitieren.
  • IDW PS 980: In seinem Grundschema zeigt dieses System anschaulich auf, welche Dinge ein Unternehmen bei der Etablierung von Compliance beachten sollte. Grob zusammengefasst beginnt das bei der Analyse von Kultur, Compliance-Zielen und Compliance-Risiken im Unternehmen und mündet dann in einem Regelwerk inklusive Organisation, Kommunikation und Überwachung.
  • Teilkonzepte verwandter Bereiche als Ergänzung: Ob die Social-Media-Richtlinien und Datenschutzbestimmungen oder eine Selbstverpflichtung über den Umgang mit Praktikanten. Ob besondere Kulanzregelungen bei Kundenreklamationen oder der soziale Einsatz in Produktionsländern: Die Grenzen zwischen Social Responsibility und Compliance verwischen, wenn man zumindest den Compliance-Begriff nicht nur auf die rechtlichen Komponenten reduziert. Alle diese Teilbereiche lassen sich in ein Gesamtkonzept einbinden.

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redaktionell verantwortlich: mittelstanddirekt