Trend geht zu mehr Risiko

Stellungnahme von Jürgen Grimm zum Finanzmarkt

Der Börsencrash um die „neuen Märkte“ in den 2000ern ist Vielen noch im Gedächtnis. Was hat sich seitdem verändert? Wie schätzen Spezialisten die aktuelle Situation ein? Diese Fragen beantwortet Jürgen Grimm, Leiter Individualkundenbetreuung, bei der Volksbank Main-Tauber.

Herr Grimm, wie hat sich das Anlegerverhalten seit dem großen Crash verändert?
„Damals investierte man oftmals in Einzelwerte ohne sich über Wirtschaftsdaten der betreffenden Unternehmen ausreichend zu informieren. Die Folge waren nur zu oft große Verluste. Heute  informieren sich die Kunden besser oder legen ihr Geld in professionell gemanagten Fonds an.“

Setzen Ihre Kunden immer noch eher auf risikoarme Geldanlagen?
„Die Scheu vor einer Entscheidung ist immer noch groß. Grundsätzlich agieren die Deutschen mit ihren Geldern sehr zurückhaltend. Aber wenn sie sich einmal entschieden haben, dann sind sie mit dem Anlageerfolg zufrieden. Allgemein kann man schon sagen, dass sich angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase der Trend wieder zu mehr Risikobereitschaft entwickelt.“

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage an den Aktienmärkten ein?
„Die Aktienmärkte haben sich aktuell von politischen Risiken befreit und die Industrie schätzt ihre wirtschaftliche Zukunft als sehr gut ein. Es gibt eine Reihe von Nettomittelzuflüssen aus dem  Ausland - Europe is back. Kurz gesagt: Die Lage ist vielversprechend.“

Wie werden sich die Zinsen entwickeln?
„Bis 2019 gehen wir davon aus, dass es keine relevanten Zinsänderungen gibt. Die Niedrigzinsphase bleibt uns auf Sicht erhalten.“

Wie halten Sie sich und Ihre Kunden auf dem Laufenden?
„Wir haben die Märkte natürlich tagesaktuell im Blick und können so unsere Kunden fundiert, individuell und zielorientiert beraten. Gemeinsam mit den Beratern gibt es zudem einen  wöchentlichen Austausch. Unseren Kunden möchten wir in Zukunft regelmäßige „Börsenabende“ als Plattform bieten, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren.“